Warum ich auch bei ver.di austrete

Ver.di zum Leistungsschutzrecht:

„Der Deutsche Bundestag hat mit den Stimmen der Koalition am 1. März das umstrittene Leistungsschutzrecht für Presseverlage beschlossen. (…) Das Gesetz vernachlässige in der jetzigen Form die Interessen der Urheberinnen und Urheber, indem es ihnen lediglich eine „angemessene Beteiligung“ an den Einnahmen zuspreche. Konkretere Formulierungen fehlen. „Diejenigen, die die leistungsschutzrechtlich geschützten Inhalte überhaupt erst erbringen, nämlich die Journalistinnen und Journalisten, müssen mit mindestens 50 Prozent an den Erlösen aus den Lizenzgebühren beteiligt werden“, forderte der stellvertretende ver.di-Vorsitzende, Frank Werneke. Wie das gewährleistet werden könne, darüber sollte es sofortige Gespräche geben. Parallel müsse sichergestellt sein, dass das Leistungsschutzrecht über die bestehenden Verwertungsgesellschaften umgesetzt werde.” (Hervorhebung von mir, Quelle: ver.di)

Nachdem ver.di sich in der Frage der Netzneutralität seinerzeit arugmentativ auf die Seite der Telekom stellt und sich unterm Strich gegen Netzneutralität aussprach, ist deren Zustimmung zum Leistungsschutzrecht mein persönlicher Schlusspunkt. So eine Politik werde ich ganz sicher nicht mehr mit meinem Beitrag unterstützen.

Mein neuer eBook Reader: Kobo Glo

Mein neuer Kobo Glo

Mein neuer Kobo Glo

So, nun habe ich endlich auch einen eBook Reader: einen Kobo Glo. Warum es kein Kindle wurde und wie der Kobo in der Praxis funktioniert, will ich einmal kurz erläutern.

Warum ist es kein Kindle geworden?

Relativ einfach. Dafür muss man sich nur die AGB von Amazon anschauen, die gilt, wenn man sich Produkte bei Amazon mit dem Kindle kauft:

„Ihre Kindle-Inhalte werden durch den Anbieter von Inhalten lizensiert, nicht aber verkauft.” (Quelle: Amazon)

Das heißt ganz konkret, dass man die Inhalte, die man bei Amazon über den Kindle kauft, zwar auf dem Kindle — und auf den Geräten, auf denen es Kindle-Apps gibt — anzeigen darf, darüber hinaus aber keine Rechte daran hat. Weder kann man die Sachen auf anderen eBook Readern lesen noch kann man irgendwie darüber verfügen. Man erhält nur eine Nutzungslizenz, mehr nicht. Und im Zweifelsfall kann Amazon auch die Bücher löschen, die man bereits gekauft hat:

„Amazon löscht Eigentum seiner Kunden: Ausgerechnet die Orwell-Bücher “1984″ und “Farm der Tiere” verschwanden aus dem Speicher von Kindle-Lesegeräten, obwohl deren Besitzer sie gekauft und bezahlt hatten. Ein Lehrstück über Macht und Rechte im Zeitalter totaler Vernetzung.” (Quelle: SPIEGEL)

Nun ist das ein grundsätzliches Problem, das auf die Paranoia vieler Verlage zurückgeht und an die ersten Schritte beim Online Verkauf von Musik erinnert. Seinerzeit wurde die ganze Musik möglichst strikt digital versiegelt und war nur auf bestimmten Geräten, Betriebssystemen oder anderen Insellösungen abzuspielen. So etwas nennt sich dann DRM und soll dafür sorgen, dass die Dateien nicht frei kopiert werden können. Allerdings konnte man dann eben auch nicht jedes beliebige Gerät für seine Musik nutzen und war immer sehr stark eingeschränkt. Zum Glück ist das mittlerweile vorbei und ich kann Musik, die ich bei iTunes oder Amazon online kaufe auch ohne Probleme unter Linux abspielen oder im Auto wiedergeben. Im Verlagswegen hingegen scheint man den Schuss noch nicht gehört zu haben, und versucht mich als Kunden möglichst stark zu gängeln. Und das führt eben zu komplett abgeschlossenen Systemen, wie etwa dem Kindle von Amazon.

Letztlich ist es genau wie Apple — wer dort Filme, Serien oder Musikvideos kauft, kann diese ausschließlich mit Apple Produkten wiedergeben. Wer sich einmal in dieses digitale Ökosystem einkauft, bleibt darin gefangen. Ob das nicht mittlerweile einen regulatorischen Eingriff erfordert, um einen freien Markt sicherzustellen, wäre zu prüfen…

Aber der Kobo hat doch auch DRM!?

Das stimmt. Auch die eBooks, die ich für den Kobo kaufe, haben in der Regel einen sehr restriktiven Kopierschutz, der mich stark einschränkt. Allerdings sind die Möglichkeiten doch etwas vielfältiger als beim Ökosystem des Kindle. Der entscheidende Punkt ist nämliche die Unterstützung des Formats ePub. Dieses Format ist ein offender Standard für eBooks, der von vielen Readern unterstützt wird — nur nicht vom Kindle. Bücher, die in diesem elektronischen Standard veröffentlicht werden, kann ich also auf nahezu jedem eBook Reader lesen, nur eben nicht auf dem Kindle. Dazu kommt, dass das Format ePUB zwar das Beschränken durch DRM ermöglicht, dies aber nicht zwingend vorraussetzt. So verkauft zum Beispiel der O’Reilly Verlag seine eBooks unter anderem in einem offenen ePUB Format, sodass ich diese Bücher auf jedem beliebigen Gerät lesen kann.

Wenn ich also ein Buch im ePUB Format kaufe — etwa bei ebook.de — kann ich das auf einem Gerät meiner Wahl lesen. Und umgekehrt bin ich mit dem Kobo nicht drauf angewiesen, dass ich meine Bücher ausschließlich im Kobo Bookstore kaufe. Dafür ist allerdings wiederum ein geräteübergreifendes DRM nötig, das hier von Adobe zur Verfügung gestellt wird. Unterm Strich ist auch der Kobo mit seinen eBooks ein Gefängnis, das mit DRM verrammelt ist. Allerdings kann ich in diesem Gefängnis die Gardinen auswählen und kann auch mal in den Hof gehen, während ich bei Amazon komplett in meiner Zelle festgenagelt bin.

Das Beste: eBooks aus der Bücherei leihen!

Ein weiterer wichtiger Punkt spricht für einen eBook Reader mit dem Format ePUB: Dieses Format wird von vielen Büchereien verwendet, um Bücher an Kunden zu verleihen. Viele Büchereien arbeiten mit der Firma Onleihe zusammen, die das Verleihen im ePUB Format organisiert. Mit dem Kindle ist das nicht möglich. Hier gibt es zwar von Amazon mittlerweile ein eigenes Angebot an Büchern zum ausleihen. Allerdings unterstüzte ich dann doch lieber die lokalen Bibliotheken als einen Konzern, der auch schon mal erworbene Bücher seiner Käufer löscht.

Und wie ist der Kobo Glo nun?

Kobo Startseite

Kobo Startseite

Der Kobo ist ein eBook Reader mit elekronischer Tinte. Das ist deswegen vorteilhaft, weil ich das stundenlange Lesen hier viel angenehmer finde als auf einem Tablet mit herkömmlichem Display. Ich habe mich übrigens für die beleuchtete Variante Glo entschieden, in der das das Display indirekt beleuchtet wird, was man aber auch ganz abschalten kann. Damit habe ich nun mehrere Stunden am Stück in der Nacht gelesen und bin völlig zufrieden. Klar: Wer Apple Qualität gewohnt ist, wird leicht zusammenzucken, wenn er kleine Unebenheiten und ganz leicht unregelmäßig ausgeleuchtete Bereiche sieht. Aber das fällt beim Lesen überhaupt nicht auf. Und da man die Schrift individuell ein- und verstellen kann, lässt sich das Gerät auch optimal an die eigenen Lesebedürfnisse anpassen.

Ein Buch im Kobo
Dazu habe ich noch ein Cover gekauft, in das der Kobo gesteckt wird. Schließt man das Cover, wird auch der Kobo abgeschaltet, was ziemlich bequem ist.

Wermutstropfen: Der Onlineshop

Einen wirklichen Schwachpunkt gibt es aber beim Kobo. Der Bookstore, der unter www.kobobooks.de  im Browser und auf dem Gerät zu erreichen ist, scheint zwar gut sortiert zu sein; die Suche dort ist aber so dermaßen schlecht, dass ich mich ernsthaft frage ob die überhaupt etwas verkaufen wollen.

Beispiel? Gerne.

Ich würde zum Beispiel gerne die „Das Lied von Eis und Feuer”-Reihe von George R. R. Martin lesen. Also tippe ich in das Suchfeld „Game of Thrones”. In den Suchergebnissen taucht das Gewünschte nicht ein einziges Mal auf. Ganz im Gegenteil. Der Toptreffer ist eine Studienarbeit mit dem Titel „Game Theoretic Models of Wage Bargaining”. Ahja. Erst wenn man nach „George R. R. Martin” sucht und die deutschen, niederländischen und französichen Treffer überspringt, landet man auf Trefferseite Nr. 5 beim geünschten Buch. Wenn diese obskure Suche nicht bald verbessert wird, sehe ich da nicht viel Zukunft. Aber zum Glück kann ich meine eBooks ja auch woanders kaufen und bin nicht an einen Anbieter gebunden ;)

Wenn Kirchen und Politik das Tanzen verbieten

In allen Bundesländern ist es verboten, an bestimmten christlichen Feiertagen öffentliche Veranstaltungen durchzuführen — nicht einmal in geschlossenen Räumen darf öffentlich gefeiert werden. Doch zum Glück dreht sich der Wind langsam und Initiativen zur Abschaffung verzeichnen erste Erfolge.

Das Tanzverbot in Deutschland

Trotzdem Deutschland vordergründig ein Staat ist, in dem Religion vom Staat getrennt ist, schützt der Staat besonders Gläubige durch ein Tanzverbot: an bestimmten religiösen Feiertagen — natürlich nur an christlichen! — darf niemand eine Feier veranstalten.

Das „Tanzverbot“ betrifft entgegen der Bezeichnung in der Regel nicht nur Tanz-, sondern auch andere öffentliche Veranstaltungen wie beispielsweise Sportveranstaltungen, da auch diese über den „Schank- und Speisebetrieb hinausgehen“ und damit nach dem Gesetzeswortlaut verboten sein können. Zudem gibt es einige Sonderregelungen: So gilt beispielsweise in Bayern am Karfreitag über das allgemeine Tanzverbot hinaus ein generelles Verbot musikalischer Darbietungen jeglicher Art in Räumen mit Schankbetrieb. (Quelle: Wikipedia Artikel zum Tanzverbot)

Als Atheist wird es mir also untersagt, an diesen Tagen beispielsweise in eine Disco zu gehen. Wodurch Christen sich belästigt fühlen könnten, wenn andere Menschen an diesen Tagen feiern, ist weder objektiv noch subjektiv nachzuvollziehen. Ich habe als Atheist naturgemäß mit keinem Gott etwas am Hut. Warum ich trotzdem meine Freizeit danach ausrichten soll, dass einige Leute das Licht gesehen haben, erschließt sich mir nicht wirklich. Es gibt keinen sachlich vernünftigen Grund, aus dem Glauben heraus Regeln abzuleiten, die dann auch für andere zu gelten haben, die entweder gar nicht oder an andere Dinge glauben. Zumindest nicht, wenn man nicht in einem Gottesstaat leben will, der seinen Aufbau nach dem Glauben an Übernatürliches ausrichtet.

Erste Erfolge gegen das Tanzverbot

In den vergangenen Jahren gab es in Bremen eine Petition und Initiative, um das Tanzverbot abzuschaffen. Diese hat mittlerweile einen ersten Erfolg verzeichnen können — das Tanzverbot in Bremen wird teilweise abgeschafft:

20130327-221233.jpg

Das Tanzverbot in Bremen fällt

In Bayern — der katholischen Hochburg — hat man das Tanzverbot hingegen verschärft:

Seit Bayern das Feiertagsgesetz 2008 wegen „Verrohung der Sitten“ verschärfte, gibt es Konflikte mit Gastronomen, die Halloween-Partys nur bis Mitternacht veranstalten dürfen, sofern es sich nicht um geschlossene Gesellschaften handelt (Quelle: Wikipedia Artikel zum Tanzverbot)

Die SPD an der Seite der Kirche

Nun gibt es auch in Schleswig-Holstein eine Petition zur Abschaffung dieses Tanzverbots und die Reaktion der Parteien zeigt mir noch einmal, dass der Austritt aus der SPD überfällig war. So heißt es von Andreas Breitner (SPD, Innenminister) nämlich:

Innenminister Andreas Breitner (SPD) lehnt die Forderung strikt ab: „Unsere Gesellschaft ist nicht weniger frei und pluralistisch, wenn an einem Tag im Jahr kein öffentliches Halligalli möglich ist.“ (Quelle: Kieler Nachrichten, Artikel leider nicht frei verfügbar)

Für Breitner ist es kein Problem, dass die Interessen von Gläubigen folgerichtig zu Konsequenzen für alle, auch für Atheisten, Moslems oder Juden führen. Mit welcher Berechtigung dies erfolgt, wird nicht so recht klar. Wer die freie Selbstbestimmung von Menschen aber als „Halligalli” bezeichnet, hat vermutlich auch nicht viel Gedankenkraft in die Auseinandersetzung mit dem Thema investiert. Wobei das bei Breitner auch nicht wirklich verwundert — durch intellektuelle Tiefe ist er bisher auch nicht aufgefallen.

Gänzlich merkbefreit schlägt auch Peter Eichstädt (SPD, MdL) in die gleiche Kerbe:

„Man sollte die religiösen Gefühle derjenigen achten, für die die christlichen Feiertage eine besondere Bedeutung haben. (…) Sie [die Kritiker d. Tanzverbots] können ihr Tanzvergnügen an einem der 362 anderen Tage ausleben, an denen man in Schleswig-Holstein uneingeschränkt tanzen kann.” Quelle: Pressemitteilung der SPD Fraktion

Nun weiß ich ganz ehrlich nicht, wie ich die religiösen Gefühle von Menschen verletze, wenn ich Karfreitag in die Disco gehe. Allerdings erinnere ich mich an Eichstädt auch noch so gut, um zu wissen, dass er die Frage auch nicht beantworten kann.

Darüber hinaus will ich auch einmal festhalten, dass es keine schützenswerten religiösen Gefühle gibt. Der Idee einer Religion anzuhängen ist im Rahmen der Meinungs- und Gedankenfreiheit Teil der persönlichen Entfaltung. Auf gar keinen Fall können diese Ideen aber einen irgendwie gearteten Schutz vor anderen Meinungen beanspruchen. Zumal auch überhaupt nicht abgegrenzt sein kann, was denn bitte ein schützenswertes religiöses Gefühl ist, das hier auch noch einen Vorrang genießen soll. Es ist an der Zeit, diesen Unsinn endlich ins Private zurückzudrängen.

Religiöse Feiertage abschaffen

Ein Lieblingsargument von Gläubigen ist es übrigens, darauf hinzuweisen, dass die Feiertage auch von Atheisten gerne mitgenommen werden und damit auch die christlichen Regeln zu gelten haben. Ganz falsch! Das Ziel muss vielmehr sein, religiöse Feiertage langfristig zu streichen und durch solche zu ersetzen, die eine Bedeutung für die ganze Gesellschaft haben. Warum feiern wir nicht zum Beispiel das Inkrafttreten des Grundgesetzes am 23. Mai und streichen dafür Karfreitag? Oder wir streichen alle religiösen Feiertage und jeder bekommt diese zur freien Verwendung. Christen können an den ihnen heiligen Tagen Zuhause bleiben. Nur sollen sie bitte andere nicht damit belästigen.

Deswegen:

20130327-230930.jpg

Wahlplakat der Piraten mit passendem Slogan (CC BY-SA 3.0 DE, Piratenpartei)

Passend dazu auch ein Artikel bei Pascal Jensen: Beten und Tanzen lassen

Debian Backup-Manager und FTP/TLS-Problem

Das Programm Backup-Manager, das bei Debian im gleichnamigen Paket dabei ist, funktioniert unter Debian 6.0 leider nicht mehr mit FTP/TLS (SSL), weil das notwendige Perl Modul Net::Lite::FTP nicht mehr als Paket vorhanden ist. Da leider auch ein nachinstallieren von CPAN das Problem nicht löste, habe ich etwas experimentiert und mich für Net::FTPSSL entschieden. Falls sich jemand dafür interessiert, habe ich hier kurz den Patch für die Datei backup-manager-upload. Ohne Garantie für irgendwas und nur kurz zusammengeklöppelt. Bei mir läuft es aber:

--- /tmp/backup-manager-0.7.9/backup-manager-upload     2010-01-20 16:20:52.000000000 +0100
+++ /usr/bin/backup-manager-upload      2013-03-10 16:14:52.000000000 +0100
@@ -381,14 +381,14 @@
     # First, create the list of existing archives
     my ($fh, $filename) = get_tempfile('ftp-archives-XXXXXX');
     my $BM_UPLOAD_FTP_SECURE = $ENV{"BM_UPLOAD_FTP_SECURE"};
-    my $ra_files;
+    my @ra_files;
     if ($BM_UPLOAD_FTP_SECURE eq "true") {
-               $ra_files = $ftp->list();
+               @ra_files = $ftp->list();
     }
     else {
-               $ra_files = $ftp->ls();
+               @ra_files = $ftp->ls();
     }
-    foreach my $file (@$ra_files) {
+    foreach my $file (@ra_files) {
         print $fh "$file\n";
     }
     close $fh;
@@ -453,17 +453,16 @@
     my ($host) = @_;
     my $ftp;
 
-    eval "use Net::Lite::FTP";
+    eval "use Net::FTPSSL";
     if ($@) {
-        print_error "Net::Lite::FTP is not available, cannot use ftp secured transfer mode";
+        print_error "Net::FTPSSL is not available, cannot use ftp secured transfer mode";
         return undef;
     }
     eval {
-        $ftp = Net::Lite::FTP->new ();
-        $ftp->open ($host, "21");
+        $ftp = Net::FTPSSL->new ($host, Debug =>1);
     };
     if ($@) {
-        print_error "Unable to use the Net::Lite::FTP Perl module : $@";
+        print_error "Unable to use the Net::FTPSSL Perl module : $@";
         return undef;
     }
     return $ftp;
@@ -553,7 +552,7 @@
             chomp $file;
             if ($BM_UPLOAD_FTP_SECURE) {
                 unless (ftptls_put_file ($ftp, $file)) {
-                   print_error "Unable to transfer $file";
+                   print_error "Unable to TLS transfer $file :";
                    return FALSE;
                }
             }
@@ -574,16 +573,14 @@
 {
     my ($ftp, $user, $passwd, $repository) = @_;
     return ($ftp->login($user, $passwd) and
-            $ftp->binary() and
             $ftp->cwd($repository));
 }
 
 sub ftptls_login ($$$$)
 {
     my ($ftp, $user, $passwd, $repository) = @_;
-    return ($ftp->user($user) and
-            $ftp->pass($passwd) and
-            $ftp->cwd($repository));
+       return ($ftp->login($user, $passwd) and
+               $ftp->cwd($repository));
 }
 
 
@@ -597,7 +594,7 @@
 {
     my ($ftp, $file) = @_;
     my $basename = basename ($file);
-    return $ftp->put ($basename, $file);
+    return $ftp->put ($file, $basename);
 }
 
 # }}}

Warum ich jetzt Pirat bin (Teil 1: Der Abschied)

©Piratenpartei, CC-BY-SA 3.0

©Piratenpartei, CC-BY-SA 3.0

Ich habe es getan: Seit knapp zwei Wochen bin ich Mitglied der Piratenpartei. Das hat viele Gründe, von denen ich einige schon aufgeschrieben habe. Da ich so einen Schritt nicht mal eben zwischen Frühstück und Kaffee entscheide, sondern durchaus länger mit mir gerungen habe, schreibe ich das  in zwei Teilen auf. Ansonsten würde das auch zu lang.

Warum ich bei der SPD raus bin? Weil sich nichts ändert.

Ins Grübeln kam ich erstmals, als ich im Jahr 2011 für vier Monate im Ausland war und somit überhaupt keinen Kontakt zu den Leuten aus meinem Ortsverein hatte. Wie bereits im vorherigen Artikel erwähnt, ist nicht nur das physische Durchschnittsalter recht hoch — auch Jüngere, die nur etwas älter als ich sind, stehen der Nutzung des Internets insofern skeptisch gegenüber, als dass mit Glück noch E-Mail zum Versand und Empfang von Nachrichten genutzt wird, als eine Art Fax ohne Papier. Alles darüber hinaus ist jedoch nicht mehr zu vermitteln. Facebook, Twitter, Wikis, Pads, Doodle, Blogs, YouTube: unnützer Kram, den niemand braucht. Wobei diese Einschätzung von mir vielleicht auch etwas harsch ist. Das ist eher im Sinne von „Wat de Buur net kennt, frett he net”. Man will es einfach nicht nutzen. Übrigens auch nicht in der SPD-Fraktion der Bürgerschaft. Alle Vorschläge, sich doch einmal mit Facebook und Twitter auseinanderzusetzen, sind abgeprallt. Lediglich für die SPD Lübeck als Partei gibt es eine Seite bei Facebook, die aber auch eher Verkündigungscharakter hat als zur Kommunikation genutzt zu werden. Dafür müsste man dies nämlich auch wollen und entsprechend umsetzen. Und jüngst hat der Vorsitzende der SPD Lübeck in kleiner Runde auch davor gewarnt, doch nicht zu viel in diesen sozialen Medien preiszugeben, schließlich sei das für die Presse ein gefundendes Fressen. Andere Personen aus diesem Umfeld wollen das Twittern aus der Lübecker Bürgerschaft auch lieber ganz verbieten lassen. So sieht Modernität bei der Lübecker SPD aus. Dass da auch Google Streetview Teufelszeug für die SPD Lübeck ist, liegt auf der Hand:

„SPD, Grüne, Linke und Lübecker BUNT setzten einen Antrag durch, dass die Bürgerschaft das Google-Street-View Projekt ablehne. Die Politiker bitten die Lübecker Einspruch gegen die Veröffentlichung der Bilder im Internet einzulegen” (2009, Quelle: Lübeck Stadtzeitung)

Jetzt bin ich aber abgeschweift, huch. Zurück zum Thema.

Das heißt dann auch konkret, dass ich während der Abwesenheit vom Ortsverein von allen Informationen völlig abgeschnitten war. Es werden keine Protokolle elektronisch erstellt und an Mitglieder per E-Mail verschickt (oder womöglich in ein Wiki geschrieben!), Informationen aus der Lübecker Bürgerschaft gibt es nur auf den Versammlungen des Ortsvereins und so weiter. Wer nicht zum Ortsverein kommen kann oder will, erfährt schlicht überhaupt nichts aus der Politik im Stadtteil oder in der Stadt. Bezeichnend hierfür ist übrigens die Position der Zuhörer in der Fraktion und im Kreisvorstand. Dafür werden ernsthaft Leute gewählt, die einmal im Monat die Sitzungen von Fraktion und Kreisvorstand besuchen und die Informationen dann auf der nächsten Sitzung des Ortsvereins im folgenden Monat mitteilen. Das ist in etwa so wie im Mittelalter, als Todesfälle von Päpsten Wochen und Monate brauchten, bis der letzte es mitbekommen hat. Weder die Fraktion im Rathaus noch die Partei selber informiert ihre Mitglieder regelmäßig elektronisch über das was besprochen, beschlossen oder einfach nur angeregt wurde. Das höchste der Gefühle, ist ein gedrucktes Mitteilungsblatt auf vier bis sechs Seiten, das einmal im Quartal verschickt wird.

Love it, leave it or change it!

Und, ja: natürlich habe ich versucht, hier etwas zu ändern anstatt mich nur zu ärgern. Dazu will ich nur ein Beispiel nennen, das exemplarisch ist.

In der Lübecker SPD gilt bei Parteitagen und Wahlkonferenzen das Delegiertenprinzip. Jeder Ortsverein wählt also Delegierte und entsendet diese dann zu den entsprechenden Veranstaltungen. Das war zu einer Zeit als es alleine in Lübeck noch etwa 2.000 Mitglieder gab, vielleicht noch gerechtfertigt. Logistisch ist es in der Tat schwer zu bewerkstelligen wenn theoretisch mehrere hundert oder gar über tausend Leute auftauchen können. Heute hat die Lübecker SPD aber nur noch etwa 1.000 Mitglieder (bei über 200.000 Einwohnern), sodass man zumindest diskutieren kann wie sinnvoll Versammlungen von 66(!) Delegierten sind, die dann die Kandidatin für die Bundestagswahl wählen. Darüber hinaus sind die Parteitage der Lübecker SPD in den vergangenen 15 Jahren in meinen Augen immer langweiliger geworden. Es gab viel weniger vertiefende Diskussionen oder Streit um den richtigen Weg, und wirklich mutig wird immer seltener entschieden. Das zunehmende Alter der Delegierten spiegelt sich in der Langeweile und Lustlosigkeit am politischen Streit wider. Parteitage sind immer mehr zu Durchstimmveranstaltungen verkommen, auf denen Anträge abgestimmt werden ob Parkbank X an Ort Y aufgestellt werden soll. Und am Schluss wird gesungen.

Genau aus diesen Gründen habe ich im Ortsverein seinerzeit vorgeschlagen, sich doch einmal dafür einzusetzen, hier eine Vollversammlung zu ermöglichen, die von jedem Parteimitglied besucht werden kann. Der Ortsverein hat schließlich über 100 Mitglieder, von denen die acht Delegierten regelmäßig nur unter Mühe und Not gefunden und gewählt werden konnten, um dann zu diesen Veranstaltungen fahren zu dürfen. Was für ein Anachronismus. Daher dachte ich, dass es vielleicht an der Zeit wäre, dies zu ändern. Weit gefehlt. Die breite Mehrheit im Ortsverein und dessen Vorstand hat sich vehement an das Delegiertensystem geklammert. Es sei schließlich ein Privileg(!) und wer den Ortsverein vertreten will, der soll gefälligst auch zu Versammlungen kommen und sich dann wählen lassen. Dass es vielleicht sinnvoller wäre, das ganze Delegiertensystem abzuschaffen, um auch denen eine Teilnahmemöglichkeit zu geben, die sonst keine Zeit haben oder schlicht von den Zuständen im Ortsverein angewidert sind — völlig egal. Bloß keine Veränderung.

Ist es nur die Struktur, die mich stört? Nicht wirklich.

Es wäre vielleicht noch hinnehmbar, wenn es nur solche strukturellen, organisatorischen Probleme wären, die zu bemängeln sind. Das sind Dinge, die man vielleicht mit viel Geduld noch ändern könnte, auch wenn ich annehme, dass der Wille zur Veränderung in der SPD Lübeck und speziell in diesem Ortsverein nicht vorhanden ist. Es gibt  aber auch andere Dinge, die mich stören, wie etwa das Verständnis von Verwaltung und Kommunalpolitik. Dazu zwei Beispiele aus der Lübecker Bauverwaltung und dem Umgang mit dem lästigen Bürger. (*Disclaimer: Im Fall der Baustelle bin ich verwandt mit einem der Betroffenen)

Eines der Lübecker Gewerbegebiete liegt direkt an der A1 und hat dadurch Auf- und Abfahrten, die durch eine Brücke verbunden sind. Leider ist die Substanz mittlerweile so marode, dass hier großflächig saniert werden muss. Das ist grundsätzlich auch kein Problem und auch längst überfällig. Nur bedeutet dies nach aktuellem Stand der Planung, dass dafür die Abfahrten im Wechsel vollständig und die zuführende Brücke teilweise gesperrt wird. Es gibt zwar eine theoretische Ausweichstrecke, die aber weit ab durch Wohngebiet führt und hierfür überhaupt nicht ausgelegt ist. Der entscheidende Punkt ist aber der Umgang der Bauverwaltung mit den Betrieben im Gewerbegebiet: trotzdem die Planung dem Vernehmen nach bereits 1,5 Jahre lief, wurden die Betroffenen erst in diesem Januar (drei Monate vor geplantem Baubeginn!) durch die Presse(!) informiert. Auf einer Veranstaltung im Januar glänzte der Lübecker Bausenator durch demonstratives Desinteresse auf dem Podium und eine Haltung, die von Teilnehmern als arrogant und herablassend beschrieben wurde. Und das bringt mich zum Kern meiner Kritik. Die Bauverwaltung handelt hier immer noch von oben herab, indem sie ohne Beteiligung der Betroffenen munter plant und diese erst über die Presse wenige Monate vor Baubeginn überhaupt davon erfahren. Dabei ist der Bausenator von der SPD ebenso wie die SPD in der Bürgerschaft seit 2008 immer Teil der Mehrheitsbündnisse war. Und gerade die Aufstellung und Leitung der Kommunalverwaltung, und somit das Bild vom Bürger, das dort vorgegeben wird, ist grundlegender Bestandteil der Kommunalpolitik. Diese hat die schlichte Aufgabe, die Verwaltung in ihrem Handeln zu überwachen und den Kurs vorzugeben. Aber das ist eben Ausdruck eines Politikverständnisses von gestern, das Transparenz und Bürgernähe für nicht allzu wichtig hält und Planungen eben genau so durchführt. Das hat man schon immer so gemacht.

Aber wie soll sich das auch ändern, wenn das SPD Personal in der Lübecker Bürgerschaft auch von früher ist? Da sitzen dann Leute nicht nur Jahre sondern Jahrzehnte. Oder sie verbringen dort ihren Ruhestand nachdem sie lange Zeit im Bundestag saßen und jetzt unbedingt noch Kommunalpolitik machen müssen. Von einem Aufbruch oder Wechsel kann dort keine Rede sein. Es ändert sich nichts und es wird sich auch langfristig nur noch wenig ändern.

Das zweite Beispiel ist auch eines der Lübecker Bauverwaltung und die Art und Weise wie vorgegangen wird. So soll in einem Stadtteil ein Familienzentrum entstehen, das aber von den Anwohnern an dieser Stelle nicht gewünscht wird. Nun kenne ich die Argumente nicht, die objektiv für oder gegen den Standort sprächen. In Gesprächen mit Anwohnern wurde mir aber bestätigt, dass es auch hier vor allem die Art und Weise ist mit der die Bauverwaltung über die Köpfe der Leute hinweg etwas plant. „Gutsherrenart” trifft es hier wohl wirklich.

Diese Art von Kommunalpolitik und mangelnder Verwaltungsführung finde ich falsch und halte das Politikbild der SPD in der Hansestadt auch für völlig überholt. Leider wird es mit der Lübecker SPD auch hier keine Veränderungen geben. Ich könnte jetzt noch davon erzählen, wie die Idee ankam, doch die Ergebnisse von Restaurantprüfungen im Internet zu veröffentlichen, aber das wäre nur noch ein weiteres langweiliges Beispiel für eine lokale SPD, die leider im Jahr 1987 stehen geblieben ist.

Und deswegen bin ich raus und jetzt bei den Piraten. Dazu aber mehr im zweiten Teil. Bis dahin empfehle ich folgenden Artikel der Zeit — „Als Sozi bei den Piraten:”

„Der Sozialdemokrat Wolfgang Gründinger trat als “Doppelagent” den Piraten bei. Über seinen Selbstversuch hat er ein lesenswertes Buch verfasst.”